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Der Ein-Euro-Unterschied

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Der Ein-Euro-Unterschied

Wir stehen an der Kasse eines Indoor-Spielplatzes. Die Preisaushänge lassen uns schlucken, naja, wird sich schon lohnen. Wir kategorisieren uns also ein. Und dann bleibe ich mit den Augen an der Tabelle hängen. Da steht: „Kinder unter 3 Jahre 5,50 €“, und direkt darunter: „Behinderte Kinder 4,50 €.“

Sorry, I don’t get it… Aber dieser eine Euro, der hier den Unterschied machen soll, ärgert mich. „Ha!“, ruft es in mir,“der Spaß meiner Tochter ist also einen Euro weniger wert als der der ganzen Babies und Kleinstkinder hier?“ Ja, ich weiß, darum geht es nicht… trotzdem motzt die Stimme in mir weiter: „Und wenn wir jetzt 5,50€ bezahlen, darf sie dann mehr Spaß haben? Und wenn sie nicht behindert genug ist und all die Spielgeräte benutzen kann, die für die Kinder unter drei nicht geeignet sind, weil sie noch zu klein sind? Muss sie dann drauf zahlen? Und was ist mit behinderten Kindern unter 3, kriegen die einen Doppelrabatt?“

Ja, verdammt! Ich fühle mich auf den Schlips getreten. Ja, ich fühle mich veräppelt. Und sorry, ich bin vielleicht auch nicht politisch korrekt, denn generell finde ich Vergünstigungen und Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderung gut und richtig. Aber bin ich die einzige, die sich da viele unfreundliche Fragen stellt?