Zwischen den Zeiten 

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Was wäre, wenn, und was war gewesen und was wird sein? Und wenn das Gewesen-Wesen anders wäre und der Konjunktiv die Zukunft kennte, wäre das Hier und Jetzt dann auch im Gestern und Morgen?

Das Leben ist zu kurz, um es zu übersehen! Lebt, Ihr Lieben, lebt!

Vom Menschsein

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Vom Menschsein

Übermorgen jährt sich die Geburt von Kind Nr. 2. Wow. Vor einem Jahr waren wir voller Vorfreude und hatten riesige Angst, was uns mit ihrer Geburt erwarten würde.

Wie werden die ersten Tage? Wird sie womöglich Krampfanfälle haben? Wird sie alleine trinken können? Funktionieren alle Organe, die Atmung, dürfen wir mit ihr bald nach Hause oder geht’s direkt weiter auf die Neonatologie? Und wie erklären wir das alles Kind Nr.1? 

In der Rückschau ist es so einfach: Was für ein Glück wir haben! Kind Nr. 2 ist weder auf Medikamente angewiesen noch auf Hilfsmittel, sie ist meistens fröhlich und die große Liebe ihres Bruders. Pünktlich zu ihrem ersten Geburtstag hat sie sogar einen Meilenstein erreicht: Sie kann sich selber hinsetzen und robbt gemächlich mit viele Pausen durch die Welt. Sie kann klatschen, deuten, sich verstecken und sich kaputt lachen, wenn sie gekitzelt wird. Sie hat großartige Hasenzähnchen und steht auf Essen. Jedes Essen. Sie lautiert nicht so wie andere Babies, aber ihre „oooooh“s und „üüüüüüühhhhh“s haben einen sehr besonderen Charme. 


Doch letztendlich geht es gar nicht um das, was sie kann, sondern um das, was sie mich Tag für Tag lehrt: Es geht nicht um mich. Ein Mensch wird gewünscht und geboren. Ein Mensch wird geliebt und geborgen, ein Mensch wächst heran. Und dabei soll er die Chance haben, der Mensch zu werden, der er ist. Nicht mehr und nicht weniger. 

Und ich werde mein Bestes geben, meinen Kindern dabei zur Seite zu stehen.

Warum der Teufel seine Großmutter…

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„Ich bin nicht dran schuld. Ich hab das eine Glas umgekippt und DAS hat dann das andere umgestoßen. Da kann ich ja wohl nichts für.“

Respekt für Kind Nr.1. Da das Glas bockig war und den von ihm verschuldeten Fleck nicht wegwischen wollte, habe ich mich dann breit schlagen lassen…

Mehr Zen

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Diese Warterei kostet mich Nerven! Mit inneren Engelszungen flüstere ich auf mich ein: „Bleib im Hier und Jetzt! Es kommt, wie es kommen soll! Es lässt sich nichts erzwingen!“ Blablabla. Und ich lenke mich ab und mache weiter und weiter und weiter. 

Und dann ballen sich diese Tage, diese endlosen Tage, an denen ich am liebsten laut schreien möchte: „Warum krabbelt sie noch nicht? Warum brabbelt sie nicht so wie alle anderen? Warum geht und geht es nicht weiter???“ Und dann ärgere ich mich über mich, meine Ungeduld und meine Undankbarkeit und fange wieder an zu flüstern: „Sieh sie doch an,  dieses wundervolle Geschöpf! Mit ihrem strahlenden, dreizahnigen Lachen und den Augen, aus denen Dir der Schalk entgegenspringt. Dieses verschmuste, verständige Wesen, das Dir so bedingungslos viel Liebe schenkt.“

Und dann geht es auf einmal weiter. Und sie lernt Neues und die Welt dreht sich wieder und alles ist leicht. Lieber Gott, ich brauche dringend mehr Zen.

G(B)eerdet 

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Kind Nr.1 hat soeben erfahren, dass manche Menschen sich nach ihrem Tod verbrennen lassen und dann die Asche beerdigt wird. Eine Weile starrt er vor sich hin, dann werden seine Augen immer größer, fast panisch. 

Eindringlich blickt er mich an: „Mama, DAS will ICH nicht!!!“

Ich: „Keine Sorge, Schatz, das musst Du auch nicht. Jeder Mensch darf selbst bestimmen, was nach dem Tod mit seinem Körper passieren soll.“

Kind Nr.1 nickt: „Mama, ich will bitte einfach begraben werden und dann verrotten, ok?“

Ich: „…ja, ok.“

Er wirkt umgehend beruhigter. Und ich fühle mich irgendwie unwohl. 

Baby ablegen – die Fünfhundertsiebenunddrölfzigste…

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Schon bei Kind Nr. 1 war dieser Teil  des „Babyhandlings“ nicht unser Paradestück. Der Mann schleppte, ich stillte. Im Zwanzigminutentakt. Gefühlt. Bestimmt. Viele Monate. Und so feierten wir hart, ja:HART!, als Kind Nr.1 mit etwa zweieinhalb Jahren das erste Mal durchschlief. Nicht regelhaft, klar, aber immerhin doch das ein oder andere Mal.

Nun also Kind Nr. 2. Bislang lösten wir das Thema „Ablegen“ einfach durch stoisches Ignorieren. Und da unser Baby das abendliche alleinige Schlafen in seinem Bett doch tatsächlich auch nicht einforderte, lag es die letzten zehn Monate Abend für Abend bei dem Mann oder mir auf dem Bauch, welcher wiederum auf dem Sofa weilte. Naja, oder es war wach. Oder ähnliches.

Dass sich das nicht gerade förderlich auf die Kommunikation untereinander oder mit Dritten auswirkt, sei hier nur am Rande erwähnt. Vielleicht war es die verstörende Erinnerung an die Kaugummiabende mit Kind Nr.1, vielleicht wollten wir unser Baby nach dem Hin und Her der letzten Monate auch einfach noch nicht „ablegen“. 

Wie auch immer, heute hat die Vernunft Einzug gehalten -und die verwegene Lust, nach 19 Uhr in Zimmerlautstärke sprechen zu können, gesiegt: 

Wir haben sie abgelegt. An diesem Abend öfter, als in ihrem bisherigen Leben insgesamt. Auf auf in die Ära des Zwanzigminutentaktes!

Urzeit-Phantome

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Ich habe jetzt zum zweiten Mal versucht, mit dem großen Kind Urzeitkrebse zu züchten. Naja, die Eier zum Schlüpfen zu bringen halt. Wie auch immer. Nach einigen Tagen schwammen in dem kleinen Becher auch immer ein bis zwanzig kleine, weiße, zappelnde  Pünktchen. Allerdings habe nur ich sie gesehen, der Rest der Familie stand nur achselzuckend herum. Trotz Zurhilfenahme einer Lupe. Nun gut. 

Und dann, kurz vor der Umsiedlung ins große Becken? Alle tot. Alle weg. Kein weißes Zappeln mehr. Rätselhaft. Wie haben es die Viehcher in der Urzeit geschafft? Da waren die Bedingungen doch bestimmt auch kein Zuckerlecken?? 

Und obwohl wir uns genau an die Anleitung gehalten haben,  fühle ich mich jetzt wie eine gemeine Tierquälerin. Als einzige in der Familie. Die anderen haben sie ja nicht gesehen. Hartes Pflaster, diese Urzeit.

Meta-Blog-Dingsbums

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Bislang habe ich mich aus allem Meta-Blog-Dingsbums herausgehalten. Ich habe mich zwar immer wirklich über Nominierungen jeder Art gefreut, aber mitmachen? Ach weißte… 

Nun denn, jetzt wurde ich wieder nominiert. Für den Liebster-Award von der lieben Taugewas-Mama von dem Blog Aus dem Leben eines Taugewas – Geschichten aus dem Alltag. Diese wiederum machte ihre Einstellung zu dem ganzen Award-Krams ganz sympathisch-nonchalant klar: „Mit dem verhält es sich ähnlich wie mit Karneval: Ich finde den eigentlich doof, mache aber doch mit, man hat ja nichts zu verlieren. “ …und da dachte ich mir, wenn das so ist, dann kann ich eigentlich auch mitmachen. 

Ok, hier die harten Fakten, kopiert von der Taugewas-Mama und dort wiederum von Mein Name sei Mama:
Der Liebster Award ist eine Blogartikelserie, in der sich Blogger gegenseitig Fragen stellen und weitere Blogs mit neuen Fragen nominieren. Das Ziel ist die Vernetzung untereinander und die Leser können so mehr über den Blogger und seine Beweggründe erfahren.

– Verlinke die Person, die dich nominiert hat – Beantworte die 10 Fragen die dir gestellt wurden -Nominiere 5 Blogs (oder weniger), die weniger als 200 Follower haben und mach sie darauf aufmerksam, dass du sie nominiert hast. – Erstelle 10 (eigene) Fragen für die Nominierten

Folgende Fragen wurden mir gestellt:

1. Welches Buch kannst Du empfehlen zu lesen? „Alles inklusive“ von Mareice Kaiser

2. Worüber kannst Du herzhaft lachen? Über den pupsenden Räuber bei Ronja Räubertochter

3. Gibt es einen Ort, an den Du gerne reisen möchtest, bisher aber noch nicht gewesen bist? Oh, ohhhhhh! Jamaica. 

4. Lesen Deine Bekannten und Verwandten aus der realen Welt in Deinem Blog mit? Ja, zumindest Teile davon.

5. Gehst du gerne auf den Weihnachtsmarkt? Ja.

6. Gibt es ein Schulfach, das Du früher nicht mochtest, für welches Du dich im Erwachsenenalter jedoch interessierst? Politik. 

7. Guckst Du Filme aufgrund der Handlung oder der Schauspieler, die dort mitspielen? 50/50

8. Warum braucht man keine Angst vor dem Fliegen zu haben? Tja, weil man sowieso stirbt? Und dann viele brasilianische Fußballprofis trifft…? Sorry, für die Frage bin ich die Falsche, umso älter ich werde, desto mehr Angst macht mir das Fliegen. Flieg natürlich trotzdem…

9. Fällt Dir ein Zitat ein, das Du gerne magst und teilen möchtest? Es ist was es ist. (Erich Fried)

10. Schnabeltier oder Känguru?Känguru-Fan seit den Känguru-Chroniken

So, bevor ich meine Nominierungen ausspreche, soll jeder eines wissen: Wer nicht zum Karneval will, kann ganz einfach auch zu Hause bleiben! Also, ich nominiere fünf Blogs von fünf sehr unterschiedlichen Frauen, die allesamt über ihr besonderes Leben mit ihrem/ihren Kind/ern berichten und mich jede auf ihre Weise sehr beeindrucken:

maria ante portas – Inklusionsblog

sophiesanderswelt – Mutter sein und Frau bleiben mit behindertem Kind 

KampoNele – Zwischen Minderheit & Normalität

Babys Reise | Vom Kinderwunsch zum Zwillingsblog 

Hemiparese im Kindesalter – Vom Alltag mit der schlechteren Hälfte

Und zu guter letzt kommen hier meine zehn Fragen: 

1. Welches Wort ist typisch für Dich? 2. Welches ist Dein gefühltes Alter? 3. Wer inspiriert Dich? 4. Worüber hast Du heute gelacht? 5. Weihnachtsmann oder Christkind? 6. Worauf freust Du Dich? 7. Was ist aktuell Deine liebste Klamotte? 8. Welche Serie guckst Du? 9. Wenn gar nichts mehr geht, dann geht …? 10. Absoluter Lieblingssong?

Vielen Dank, liebe Taugewas -Mama – was für eine verflixte Verlinkerei 😉

It’s magic

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Kind Nr.1 hat sich heute beim Sport seine mit Wasser gefüllte Alu-Flasche auf den nackten großen Zeh fallen lassen. Autsch! Ja, wirklich dolles Autsch! Glücklicherweise ist der Bluterguss zwar beachtlich aber kein Fall für medizinisches Fachpersonal. Die Leidensmine, die das Großkind justament auf der Zielgeraden in Richtung Bett aufsetzte, dafür umso mehr.

Zunächst brachte der Mann ihm also ein Coolpack. Dann verfrachtete ich ihn ins Elternbett. Dann musste es noch ein warmer Tee sein (klar, der Herr hatte kalte Füße…). Kaum saßen wir zum vierten Mal auf der Couch, war das jämmerliche Stimmchen wieder zu vernehmen. 

Und jetzt liege ich hier neben ihm, habe ihn fünf Minuten gestreichelt und zack, war er im Land der Träume. Sind sie nicht toll, diese Mama-Superkräfte? Wer weiß, wie lange die noch wirken…

Von Tagen

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In den letzten Monaten haben meine Tochter und ich viele medizinische Einrichtungen von innen gesehen: Praxen von Augenärzten, Pädaudiologen, Kardiologen, Neurologen, Physiotherapeuten, Osteopathen, Kinderärzten und immer wieder das SPZ. Sagen wir es so: Es hat nicht dazu beigetragen, dass sich das Leben gesünder anfühlt. Immerhin wissen wir jetzt (ironischerweise), dass es momentan keinen Handlungsbedarf gibt. 

Kind Nr. 2 ist ein ausgesprochen gut gelauntes Exemplar, das mir den Aktionismus der letzten Monate glücklicherweise nicht übel genommen hat. Vielleicht war dies mein Versuch, mich in der Welt des „Abwartens“ gegen ebendieses aufzulehnen. Erfolglos, denn es ist wie es ist, die Zeit wird zeigen, wohin es geht. Und ja, die Unterschiede zu Babys in ihrem Alter sind nicht von der Hand zu weisen. 

An manchen Tagen ist das unwichtig. Wenn sie die Welt neugierig erkundet, etwas Neues lernt, wir einfach „sind“. Dann ist es mir schnuppe, weil sie einfach so toll ist. Und dann sind da andere Tage. Die, an denen wir andere Babys treffen und es mir wie Schuppen von den Augen fällt, die, an denen sie vielleicht gerade nicht so viel will. Die tun weh. 

So ist es und so wird es wohl bleiben. Doch alle Tage haben eines gemein. Eine tiefe Dankbarkeit für dieses Kind, das so gut riecht, so herzbeflügelnd gluckst und mich von oben bis unten mit Stolz erfüllt.