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Leichtigkeit

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Leichtigkeit

Anhalten. Aussteigen. Loslassen. Eins werden.

Ja, da ist Sorge. Ja, da ist Angst. Panik sogar. Und manchmal ist es dunkel.

Aber meistens ist da Dein Lachen. Euer Lachen. Und meins. So leicht. Ganz leicht. Das Leben, das Lachen, frei von Schwere und Zwang, fliegen sie hinaus in die Welt.

Ich bin dankbar und frei. Mein Herz ist leicht, die Augen sind offen. Jeden Tag ein bisschen mehr. Und ich weiß nicht, womit ich so viel Glück verdiene. 

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Essen zwischen Kindern

Frühstück. Wir zu dritt ohne Papa, der darf das heute auf der Arbeit alleine machen. Kleinkind in Hochstuhl einfädeln, Großkind rufen. Setzen. Lätzchen um den Kleinkindhals. Großkind rufen. Großkind rufen, kommt. Stuhl ranschieben, Spielzeuge möglichst am Rand parken lassen. Milchdurst. JETZT!!! Milch in Becher, LANGSAM bitte…Kleinkind heultmeckert, Lätzchen abmachen. Besser. 

Aufstehen, Haargummi um die milchgetränkten Haare vom Großkind, hinsetzen. Teller und Löffel vom Kleinkind aufheben. Rinde vom Brot schneiden, Milch vom Großkind weiter auf den Tisch schieben. Schluck lauwarmer Kaffee. 

Kleinkind Tomate geben. Über das nicht vorhandene Lätzchen ärgern. Ach egal. Mehr lauwarmer Kaffee. Großkind helfen, das halbe Kilo Butter gleichmäßig auf dem Brot zu verteilen. Loben. Wegen der Selbständigkeit. Tomate von der Hose wischen. Yeah, hab heute die schwarze an. Margarine und Marmelade aufs entrindete Brot, in kleine Stückchen schneiden. Kippen ständig um, kleben blöd am Finger und am Messer rum. Ablecken. Lauwarmer Kaffee. Leer. Mist. Marmeladenbrotstückchen zum Kleinkind, Großkind wegen dem ganzen Ei im Mund ermahnen, Becher unter Kaffeeautomaten. 

In Tomate getreten. Kleinkind meckert. Eierschale vom Großkind zum Kleinkind. Findet es besser als Marmeladenbrot. Das hängt am Ärmel. Zurück zum Kaffee. Wasserbehälter soll gefüllt werden. Arschlochautomat. Zum Wasserhahn, Großkind schenkt sich Milch nach. Randvoll. Loben, wegen der Dingsbums. Trinkt, kippt die Hälfte am Mund vorbei. Quietscht, Milch im Ausschnitt ist kalt. Kleinkind lacht, will auch Milch. Darf keine Lactose, die eigene Milch ist aber nicht spannend. Meckert. Ich auch, wegen des Milchsees.

Großkind mit Küchenrolle unter den Tisch schicken, auf den Kaffeeautomaten drücken. „Alle Behälter wechseln“. Arschlochautomat. Kleinkind heult, will auch unter den Tisch. Großkind helfen, wieder setzen. Großkind ist fertig. Kleinkind lässt sich ablenken, möchte den Salzstreuer. Großkind fängt an mit Lego zu spielen, Ninjas transportieren Eierschalen und bleiben im Buttermoor stecken. Kleinkind ist fasziniert. Marmeladenbrot nach wie vor nur am Ärmel. 

Gut, Behälter wechseln, auf Kaffeeautomat drücken, Kaffee wird produziert. Joghurt fürs Kleinkind öffnen, Löffel in die Hand geben, übers nicht vorhandene Lätzchen ärgern. Mit zweitem Löffel zufüttern, selber das Kind mehr einsauen als das Kind es tut. Aber es isst. Und leckt dabei den Salzstreuer ab. Die Ninjas fangen an, die Feinde (mich und das Kleinkind) mit Eierschale zu bewerfen. Das Kleinkind findet’s knorke. Ich nicht so. Beende das hier. Großkind wird zum Spielen geschickt, Kleinkind isstmatscht noch weiter Salzjoghurt. Als ein Ninja in Reichweite kommt, muss er das auch. Wer mit Eierschalen wirft… 

Während ich beginne, unter dem Hochstuhl Essensreste zu sammeln, wirft mir das Kleinkind Marmeladenbrotstückchen in die Haare. Dafür eignen sie sich optimal. Kleinkind findet das knorke, ich nicht so. Beende das hier, setze das Kind unter den Tisch. Es isst. Loben wegen der Selbständigkeit…

Hole mir den lauwarmen Kaffee. Trinke ihn ganz langsam und in Ruhe, bis er richtig kalt ist. Hunger hab ich irgendwie gar nicht.

Essen zwischen Kindern

Das Viech und das Jetzt

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Das Viech und das Jetzt

Immer wieder tappe ich in die Falle. Die Selbstwichtigfalle. Gemeines Viech, das Viech. Und dann wird es meist wenig schmeichelhaft. Also, für mich. Wenn ich es bemerke, hinterher.

Das geht dann nämlich so: Ich plustere mich auf, ungerecht, stelle mich über die Dinge. Und die anderen. Die öh…Menschen. 

Und dann dreht sich die Welt weiter und das Viech zieht von dannen und alles relativiert sich. Der Blick verschiebt sich, die Perspektive, der Fokus. 

Die Menschen, nicht mehr von oben betrachtet, werden greifbar, fühlbar und plötzlich verstehe ich: Alles ist gleich, nichts ist wichtiger. Jedes Gefühl passiert JETZT. Und darum ist es genau jetzt da, für jeden anders und doch groß. DA. Alles gleich. Jeder ist jetzt.

*Hobbyphilosophie off*

Geputztes Herz

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Geputztes Herz

„Mama, ich bin gerade richtig wach!“

„Äh, das ist – gut!“

„Ja. So als ob ich morgens aufgewacht bin aber die ganze Morgenmüdigkeit schon weg ist. Und innen drin bin ich blitzeblank geputzt.“

So sagte es mir mein Sechsjähriger am vergangenen Dienstag, nachdem wir mit seiner kleinen Schwester aus dem Krankenhaus  wieder nach Hause gekommen waren. Es ist erstaunlich, wie treffend  dieser kleine Kerl damit das Gefühl beschreibt, das mich seitdem begleitet. 

Und noch etwas puckert nach drei Tagen auf der Kinderkardiologie mal wieder eindringlich: Die alte Erkenntnis, dass Gesundheit kein Verdienst und noch weniger eine Selbstverständlichkeit ist. Seid dankbar und demütig und niemals leichtfertig mit den Geschenken, die das Leben macht!

Kleine Pupse ernstgenommen

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Kind Nr.1 ist ein großer Fan der „Sendung mit der Maus“. Ich auch. Ernsthaft. Ich finde es großartig, wie kleine und große Sachverhalte kindgerecht, mit viel Liebe zum Detail und immer mit großem Respekt vor Thema und Adressaten aufgedröselt werden. 

Und nun! Nun gibt es den absoluten Lieblingsfilm meines Sohnes, den auch ich unschlagbar finde und darum hiermit für die Vergrößerung der Reichweite sorge: Man googele „Pups im Winter“ und lasse die Sendung beginnen. Viel Spaß!

Himmlischer Spuckemix

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Kind Nr. 1 bekommt neuerdings Spucke-Allüren. Ich darf nicht aus demselben Glas trinken, nichts von meinem auf seinen Teller legen und biete ich ihm einen von mir angebissenen Apfel an, wird das mit angewidertem Blick und einem „Bäh Mama, da sind doch Deine ganzen Bakterien dran“ quittiert. 

Umso erstaunter war ich, als er gestern ohne mit der Wimper zu zucken einträchtig mit seiner kleinen Schwester (die eindeutig mehr sabbert als ich!) seine Trinkflasche teilte.

Darauf angesprochen erklärte er mir die Begebenheit wie folgt: „Ach Mama. Kind Nr. 2 und ich kennen uns schon so lange, bei uns ist doch eh immer alles gleich. Wir waren zusammen im Himmel, in derselben Himmelskita und derselben Himmelsschule. Und dann habe ich als erster Deinen Bauch von innen gesehen und nun sie. Wir sind also genau gleich, da können wir auch aus meiner Flasche trinken.“

Pfffff… Als ob ich diese himmlischen Einrichtungen nicht schon Jahre vor dem Grünschnabel durchlaufen hätte. Aber bis er darauf kommt, lecke ich meine Süßigkeiten alle an.

Eier mal anders

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Kind Nr.1: „Mama, warum bemalt man eigentlich Eier zu Ostern?“

Ich: „Hm, Ostern feiert man ja die Auferstehung von Jesus. Und das Ei ist ein Symbol für neues Leben. Das will man dann an Ostern wohl einfach noch etwas hübscher machen.“

Kind Nr. 1: „Hm, dann könnte man dafür doch auch Gebärmütter nehmen, oder?“

Der Mann blickt verwirrt. Ich pruste los, vor meinem inneren Auge tanzen Hyazinthensträusse mit lauter kleinen Gebärmüttern behängt.

Kind Nr.1 fühlt sich nicht ernst genommen. Unwirsch: „Natürlich aus Plastik, Mama. Mit kleinen Babys drin.“

Ich, bemüht: „Ja Schatz. Das könnte man theoretisch.“

Kind Nr.1: „Mama, dann machen wir das nächstes Jahr so.“

Nächstes Jahr ist er ein Jahr älter, vielleicht kommen wir dann irgendwie um die Sache herum…

Oh…Entsch…Na, dann setze ich mich mal

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Oh…Entsch…Na, dann setze ich mich mal

Auf dem Weg nach Hause in eine Kirche geguckt. Wohne schon lange daneben, wollte das längst tun. Lande mitten in der abendlichen Kurzandacht. Lerne, dass es abendliche Kurzandachten gibt. 

Eine Dame auf Krücken liest aus der Bibel. Ein älterer Herr sitzt in der vierten Reihe und hört ihr zu. Und jetzt bin ich auch da. Drücke mich in die letzte Reihe. Gehen ist keine Option. 

Sie sagt: „Jetzt möchte ich mit Ihnen singen.“ Der Stapel Gesangbücher hinter mir verbietet mir zu schweigen. Also singen wir. Sie, er und ich. Ohne Orgel, zu dritt in der Kirche. Dann beten wir stehend das Vater Unser und sie spricht einen Segen. Dann ist es vorbei. Er geht an mir vorbei, grüßt leise, sie sitzt noch vorne. Ich bedanke mich noch und stehe schon wieder im Park. 

Ich wurde von Spiritualität überfallen.