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Eier mal anders

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Kind Nr.1: „Mama, warum bemalt man eigentlich Eier zu Ostern?“

Ich: „Hm, Ostern feiert man ja die Auferstehung von Jesus. Und das Ei ist ein Symbol für neues Leben. Das will man dann an Ostern wohl einfach noch etwas hübscher machen.“

Kind Nr. 1: „Hm, dann könnte man dafür doch auch Gebärmütter nehmen, oder?“

Der Mann blickt verwirrt. Ich pruste los, vor meinem inneren Auge tanzen Hyazinthensträusse mit lauter kleinen Gebärmüttern behängt.

Kind Nr.1 fühlt sich nicht ernst genommen. Unwirsch: „Natürlich aus Plastik, Mama. Mit kleinen Babys drin.“

Ich, bemüht: „Ja Schatz. Das könnte man theoretisch.“

Kind Nr.1: „Mama, dann machen wir das nächstes Jahr so.“

Nächstes Jahr ist er ein Jahr älter, vielleicht kommen wir dann irgendwie um die Sache herum…

Oh…Entsch…Na, dann setze ich mich mal

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Oh…Entsch…Na, dann setze ich mich mal

Auf dem Weg nach Hause in eine Kirche geguckt. Wohne schon lange daneben, wollte das längst tun. Lande mitten in der abendlichen Kurzandacht. Lerne, dass es abendliche Kurzandachten gibt. 

Eine Dame auf Krücken liest aus der Bibel. Ein älterer Herr sitzt in der vierten Reihe und hört ihr zu. Und jetzt bin ich auch da. Drücke mich in die letzte Reihe. Gehen ist keine Option. 

Sie sagt: „Jetzt möchte ich mit Ihnen singen.“ Der Stapel Gesangbücher hinter mir verbietet mir zu schweigen. Also singen wir. Sie, er und ich. Ohne Orgel, zu dritt in der Kirche. Dann beten wir stehend das Vater Unser und sie spricht einen Segen. Dann ist es vorbei. Er geht an mir vorbei, grüßt leise, sie sitzt noch vorne. Ich bedanke mich noch und stehe schon wieder im Park. 

Ich wurde von Spiritualität überfallen.

Sammelsache und Riesen-Rache

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Kind Nr.1 hat eine ausgeprägte Sammelleidenschaft. Wenn nicht, wie Ostern letztes Jahr passiert, ausgerechnet ein hartgekochtes Ei über Wochen in seiner Jackentasche lagert, stört es mich mittlerweile kaum noch. Der Mann allerdings hat irgendwie ein Thema am Laufen…

Der Mann zu Kind Nr.1: „Stell Dir vor, Du bist mit der Kita unterwegs. Du hast schon viel gesammelt, und dann liegen da noch eine alte Schraube und ein schöner Stein. In Deine Hand passt nur noch eine Sache. Welche würdest Du mitnehmen?“

Kind Nr.1 (unbekümmert): „Ach, ich würde etwas von einer in die andere Hand tun und dann beides mitnehmen, dann passt ja wieder  viel in meine Hand.“

Der Mann (lacht): „Nein, nein, das geht nicht. Du hast insgesamt nur noch Platz für eine Sache in Deinen Händen.“ 

Kind Nr.1 (verwundert): „Aber Papa, ich habe doch extra eine Sammeltasche in meiner Jacke, da kann ich ALLES rein tun, was ich finde.“ (Ja, stimmt…)

Der Mann (holt leise Luft): „Die ist auch schon voll, Du hast definitiv nur noch Platz für EINE Sache!“

Kind Nr.1 (in dem Ton, den er wohl aus unseren ernsthaften erzieherischen Interventionen kennt): „Papa. Ich habe doch schon auf Deine erste Frage geantwortet, und das gilt.“

Der Mann (stockt kurz): „Ja. Aber stell Dir mal vor, Du müsstest Dich entscheiden. Was nimmst Du, die rostige Schraube oder den schöööönen Stein?“ 

Kind Nr.1 (leicht genervt): „Nein Papa. So machen wir es nicht, das mit dem Entscheiden lassen wir. Ich bohre einfach die Schraube in den Stein, dann nimmt sie keinen Platz weg.“

Der Mann (Sieht er tatsächlich ein bisschen böse aus?): „Nein!!! K. (Erzieherin) ist mit Euch unterwegs und sie VERBIETET Dir, beides mitzunehmen!“

Kind Nr.1 (jetzt empört): „Papa! K. geht NIE mit uns auf den Spielplatz, sie ist doch bei den Eichhörnchen (andere Kitagruppe)!“

Der Mann ist mittlerweile zwischen belustigter und echter Verzweiflung und blickt etwas sehnsüchtig gen Tischkante.

Und das ist er, der Augenblick, in dem ich deutlich spüre: Endlich, nach drei Jahren des Darbens bietet sich hier nun meine Chance, mich für die Geschichte mit dem Riesen zu revanchieren. Und ich hole aus zum vernichtenden Schlag…

Ich: „Okay, dann stell Dir mal vor, Du hast in Deiner Tasche eine rostige Schraube und einen schönen Stein. Und jetzt musst Du sie in der Reihenfolge hinlegen, in der Du sie am liebsten magst.“

Kind Nr.1: „Ach so! Na, zuerst lege ich den Stein hin, dann ein Schneckenhaus, das auch noch da ist, und dann die rostige Schraube!“

Der Mann starrt mich an. Nicht freundlich. Ich grinse. 

Den. Ganzen. Restlichen. Tag.

Sind wir nicht alle ein bisschen…Überraschungspaket?

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Nach der Geburt von Kind Nr.2 beschäftigte uns neben all den Sorgen immer wieder die Frage, wie wir Kind Nr.1 etwas erklären können, von dem wir nicht wissen, was es ist?  Und ob das überhaupt notwendig wäre? 

Während der ersten Monate hatte ich große Angst davor, dass der Große traurig sein könnte, wenn seine Schwester nicht so ist wie andere Babies. Doch umso länger ich meine Kinder beobachtete und sehen konnte, wie sie als Geschwister zusammenwuchsen, desto klarer wurde mir, dass Kinder keine Erwartungen an ein Menschenleben haben. Es sind wir Erwachsenen, die hadern. Im Gegenteil,  Kind Nr.1 zeigte mir etwas so Wichtiges: Ganz selbstverständlich nahm er unser Baby so wie es war. Und freute sich unendlich.

Seit der Geburt hatte ich schon viel mit ihm darüber gesprochen, dass nicht alle Menschen sich gleich entwickeln. Dass nicht jeder Dinge wie Sprechen oder Laufen lernt oder eben einen ganz eigenen Weg einschlägt. Für Kind Nr. 1 alles kein großes Thema.  

Nach einigen Monaten wuchs ein blödes Gefühl in mir. Immerhin begleiteten uns die Sorgen um das Baby ständig und ich war sicher, dass auch Kind Nr.1 diese spürte. Es kam mir so vor, als ob sich in unseren Alltag eine Heimlichkeit geschlichen hatte, die allein durch das Ungreifbare bedrohlich war. Sie stand im Weg herum, spürbar und trotzdem unbesprochen.

Also beschlossen wir, mit ihm über unsere Geschichte zu sprechen. Nicht über all die gruseligen Ängste, aber doch über die Fakten. Leider haperte es genau an diesen, gab es schlicht wenig, das wir ihm hätten sagen können, ohne Diagnose, ohne Prognose. Auch hier hatte ich wieder die Sorge, ob Kind Nr.1 damit umgehen könnte. Und wieder belehrte mich der damals Vierjährige eines Besseren.

In einer ruhigen Minute erzählte ich ihm von den Untersuchungen in der Schwangerschaft, und dass die Ärzte herausgefunden hatten, dass im Kopf von Kind Nr.2 einige Dinge anders gewachsen sind, als bei vielen anderen. Und dass wir deswegen nun eine Art „Überraschungspaket“ bekommen hätten, das sich vielleicht von anderen Babies etwas unterscheidet. Und dass wir darum oft bei Ärzten seien, die genau wissen wollten, was seine Babyschwester denn nun alles so könnte. 

Kind Nr.1 nahm die Botschaft gelassen, stellte einige Fragen darüber, wie die Ärzte das denn sehen könnten, zählte dann stolz auf, was Babyschwester schon alles kann und schloss mit stolzem Blick: „Mama, ich bin aber auch ein Überraschungspaket.“ 

Wie Recht er hat. Und wieviel man von diesen kleinen Menschen lernen kann.

Warum der Teufel seine Großmutter…

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„Ich bin nicht dran schuld. Ich hab das eine Glas umgekippt und DAS hat dann das andere umgestoßen. Da kann ich ja wohl nichts für.“

Respekt für Kind Nr.1. Da das Glas bockig war und den von ihm verschuldeten Fleck nicht wegwischen wollte, habe ich mich dann breit schlagen lassen…

Mehr Zen

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Diese Warterei kostet mich Nerven! Mit inneren Engelszungen flüstere ich auf mich ein: „Bleib im Hier und Jetzt! Es kommt, wie es kommen soll! Es lässt sich nichts erzwingen!“ Blablabla. Und ich lenke mich ab und mache weiter und weiter und weiter. 

Und dann ballen sich diese Tage, diese endlosen Tage, an denen ich am liebsten laut schreien möchte: „Warum krabbelt sie noch nicht? Warum brabbelt sie nicht so wie alle anderen? Warum geht und geht es nicht weiter???“ Und dann ärgere ich mich über mich, meine Ungeduld und meine Undankbarkeit und fange wieder an zu flüstern: „Sieh sie doch an,  dieses wundervolle Geschöpf! Mit ihrem strahlenden, dreizahnigen Lachen und den Augen, aus denen Dir der Schalk entgegenspringt. Dieses verschmuste, verständige Wesen, das Dir so bedingungslos viel Liebe schenkt.“

Und dann geht es auf einmal weiter. Und sie lernt Neues und die Welt dreht sich wieder und alles ist leicht. Lieber Gott, ich brauche dringend mehr Zen.

Urzeit-Phantome

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Ich habe jetzt zum zweiten Mal versucht, mit dem großen Kind Urzeitkrebse zu züchten. Naja, die Eier zum Schlüpfen zu bringen halt. Wie auch immer. Nach einigen Tagen schwammen in dem kleinen Becher auch immer ein bis zwanzig kleine, weiße, zappelnde  Pünktchen. Allerdings habe nur ich sie gesehen, der Rest der Familie stand nur achselzuckend herum. Trotz Zurhilfenahme einer Lupe. Nun gut. 

Und dann, kurz vor der Umsiedlung ins große Becken? Alle tot. Alle weg. Kein weißes Zappeln mehr. Rätselhaft. Wie haben es die Viehcher in der Urzeit geschafft? Da waren die Bedingungen doch bestimmt auch kein Zuckerlecken?? 

Und obwohl wir uns genau an die Anleitung gehalten haben,  fühle ich mich jetzt wie eine gemeine Tierquälerin. Als einzige in der Familie. Die anderen haben sie ja nicht gesehen. Hartes Pflaster, diese Urzeit.

Meta-Blog-Dingsbums

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Bislang habe ich mich aus allem Meta-Blog-Dingsbums herausgehalten. Ich habe mich zwar immer wirklich über Nominierungen jeder Art gefreut, aber mitmachen? Ach weißte… 

Nun denn, jetzt wurde ich wieder nominiert. Für den Liebster-Award von der lieben Taugewas-Mama von dem Blog Aus dem Leben eines Taugewas – Geschichten aus dem Alltag. Diese wiederum machte ihre Einstellung zu dem ganzen Award-Krams ganz sympathisch-nonchalant klar: „Mit dem verhält es sich ähnlich wie mit Karneval: Ich finde den eigentlich doof, mache aber doch mit, man hat ja nichts zu verlieren. “ …und da dachte ich mir, wenn das so ist, dann kann ich eigentlich auch mitmachen. 

Ok, hier die harten Fakten, kopiert von der Taugewas-Mama und dort wiederum von Mein Name sei Mama:
Der Liebster Award ist eine Blogartikelserie, in der sich Blogger gegenseitig Fragen stellen und weitere Blogs mit neuen Fragen nominieren. Das Ziel ist die Vernetzung untereinander und die Leser können so mehr über den Blogger und seine Beweggründe erfahren.

– Verlinke die Person, die dich nominiert hat – Beantworte die 10 Fragen die dir gestellt wurden -Nominiere 5 Blogs (oder weniger), die weniger als 200 Follower haben und mach sie darauf aufmerksam, dass du sie nominiert hast. – Erstelle 10 (eigene) Fragen für die Nominierten

Folgende Fragen wurden mir gestellt:

1. Welches Buch kannst Du empfehlen zu lesen? „Alles inklusive“ von Mareice Kaiser

2. Worüber kannst Du herzhaft lachen? Über den pupsenden Räuber bei Ronja Räubertochter

3. Gibt es einen Ort, an den Du gerne reisen möchtest, bisher aber noch nicht gewesen bist? Oh, ohhhhhh! Jamaica. 

4. Lesen Deine Bekannten und Verwandten aus der realen Welt in Deinem Blog mit? Ja, zumindest Teile davon.

5. Gehst du gerne auf den Weihnachtsmarkt? Ja.

6. Gibt es ein Schulfach, das Du früher nicht mochtest, für welches Du dich im Erwachsenenalter jedoch interessierst? Politik. 

7. Guckst Du Filme aufgrund der Handlung oder der Schauspieler, die dort mitspielen? 50/50

8. Warum braucht man keine Angst vor dem Fliegen zu haben? Tja, weil man sowieso stirbt? Und dann viele brasilianische Fußballprofis trifft…? Sorry, für die Frage bin ich die Falsche, umso älter ich werde, desto mehr Angst macht mir das Fliegen. Flieg natürlich trotzdem…

9. Fällt Dir ein Zitat ein, das Du gerne magst und teilen möchtest? Es ist was es ist. (Erich Fried)

10. Schnabeltier oder Känguru?Känguru-Fan seit den Känguru-Chroniken

So, bevor ich meine Nominierungen ausspreche, soll jeder eines wissen: Wer nicht zum Karneval will, kann ganz einfach auch zu Hause bleiben! Also, ich nominiere fünf Blogs von fünf sehr unterschiedlichen Frauen, die allesamt über ihr besonderes Leben mit ihrem/ihren Kind/ern berichten und mich jede auf ihre Weise sehr beeindrucken:

maria ante portas – Inklusionsblog

sophiesanderswelt – Mutter sein und Frau bleiben mit behindertem Kind 

KampoNele – Zwischen Minderheit & Normalität

Babys Reise | Vom Kinderwunsch zum Zwillingsblog 

Hemiparese im Kindesalter – Vom Alltag mit der schlechteren Hälfte

Und zu guter letzt kommen hier meine zehn Fragen: 

1. Welches Wort ist typisch für Dich? 2. Welches ist Dein gefühltes Alter? 3. Wer inspiriert Dich? 4. Worüber hast Du heute gelacht? 5. Weihnachtsmann oder Christkind? 6. Worauf freust Du Dich? 7. Was ist aktuell Deine liebste Klamotte? 8. Welche Serie guckst Du? 9. Wenn gar nichts mehr geht, dann geht …? 10. Absoluter Lieblingssong?

Vielen Dank, liebe Taugewas -Mama – was für eine verflixte Verlinkerei 😉

It’s magic

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Kind Nr.1 hat sich heute beim Sport seine mit Wasser gefüllte Alu-Flasche auf den nackten großen Zeh fallen lassen. Autsch! Ja, wirklich dolles Autsch! Glücklicherweise ist der Bluterguss zwar beachtlich aber kein Fall für medizinisches Fachpersonal. Die Leidensmine, die das Großkind justament auf der Zielgeraden in Richtung Bett aufsetzte, dafür umso mehr.

Zunächst brachte der Mann ihm also ein Coolpack. Dann verfrachtete ich ihn ins Elternbett. Dann musste es noch ein warmer Tee sein (klar, der Herr hatte kalte Füße…). Kaum saßen wir zum vierten Mal auf der Couch, war das jämmerliche Stimmchen wieder zu vernehmen. 

Und jetzt liege ich hier neben ihm, habe ihn fünf Minuten gestreichelt und zack, war er im Land der Träume. Sind sie nicht toll, diese Mama-Superkräfte? Wer weiß, wie lange die noch wirken…