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Essen zwischen Kindern

Frühstück. Wir zu dritt ohne Papa, der darf das heute auf der Arbeit alleine machen. Kleinkind in Hochstuhl einfädeln, Großkind rufen. Setzen. Lätzchen um den Kleinkindhals. Großkind rufen. Großkind rufen, kommt. Stuhl ranschieben, Spielzeuge möglichst am Rand parken lassen. Milchdurst. JETZT!!! Milch in Becher, LANGSAM bitte…Kleinkind heultmeckert, Lätzchen abmachen. Besser. 

Aufstehen, Haargummi um die milchgetränkten Haare vom Großkind, hinsetzen. Teller und Löffel vom Kleinkind aufheben. Rinde vom Brot schneiden, Milch vom Großkind weiter auf den Tisch schieben. Schluck lauwarmer Kaffee. 

Kleinkind Tomate geben. Über das nicht vorhandene Lätzchen ärgern. Ach egal. Mehr lauwarmer Kaffee. Großkind helfen, das halbe Kilo Butter gleichmäßig auf dem Brot zu verteilen. Loben. Wegen der Selbständigkeit. Tomate von der Hose wischen. Yeah, hab heute die schwarze an. Margarine und Marmelade aufs entrindete Brot, in kleine Stückchen schneiden. Kippen ständig um, kleben blöd am Finger und am Messer rum. Ablecken. Lauwarmer Kaffee. Leer. Mist. Marmeladenbrotstückchen zum Kleinkind, Großkind wegen dem ganzen Ei im Mund ermahnen, Becher unter Kaffeeautomaten. 

In Tomate getreten. Kleinkind meckert. Eierschale vom Großkind zum Kleinkind. Findet es besser als Marmeladenbrot. Das hängt am Ärmel. Zurück zum Kaffee. Wasserbehälter soll gefüllt werden. Arschlochautomat. Zum Wasserhahn, Großkind schenkt sich Milch nach. Randvoll. Loben, wegen der Dingsbums. Trinkt, kippt die Hälfte am Mund vorbei. Quietscht, Milch im Ausschnitt ist kalt. Kleinkind lacht, will auch Milch. Darf keine Lactose, die eigene Milch ist aber nicht spannend. Meckert. Ich auch, wegen des Milchsees.

Großkind mit Küchenrolle unter den Tisch schicken, auf den Kaffeeautomaten drücken. „Alle Behälter wechseln“. Arschlochautomat. Kleinkind heult, will auch unter den Tisch. Großkind helfen, wieder setzen. Großkind ist fertig. Kleinkind lässt sich ablenken, möchte den Salzstreuer. Großkind fängt an mit Lego zu spielen, Ninjas transportieren Eierschalen und bleiben im Buttermoor stecken. Kleinkind ist fasziniert. Marmeladenbrot nach wie vor nur am Ärmel. 

Gut, Behälter wechseln, auf Kaffeeautomat drücken, Kaffee wird produziert. Joghurt fürs Kleinkind öffnen, Löffel in die Hand geben, übers nicht vorhandene Lätzchen ärgern. Mit zweitem Löffel zufüttern, selber das Kind mehr einsauen als das Kind es tut. Aber es isst. Und leckt dabei den Salzstreuer ab. Die Ninjas fangen an, die Feinde (mich und das Kleinkind) mit Eierschale zu bewerfen. Das Kleinkind findet’s knorke. Ich nicht so. Beende das hier. Großkind wird zum Spielen geschickt, Kleinkind isstmatscht noch weiter Salzjoghurt. Als ein Ninja in Reichweite kommt, muss er das auch. Wer mit Eierschalen wirft… 

Während ich beginne, unter dem Hochstuhl Essensreste zu sammeln, wirft mir das Kleinkind Marmeladenbrotstückchen in die Haare. Dafür eignen sie sich optimal. Kleinkind findet das knorke, ich nicht so. Beende das hier, setze das Kind unter den Tisch. Es isst. Loben wegen der Selbständigkeit…

Hole mir den lauwarmen Kaffee. Trinke ihn ganz langsam und in Ruhe, bis er richtig kalt ist. Hunger hab ich irgendwie gar nicht.

Essen zwischen Kindern

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Himmlischer Spuckemix

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Kind Nr. 1 bekommt neuerdings Spucke-Allüren. Ich darf nicht aus demselben Glas trinken, nichts von meinem auf seinen Teller legen und biete ich ihm einen von mir angebissenen Apfel an, wird das mit angewidertem Blick und einem „Bäh Mama, da sind doch Deine ganzen Bakterien dran“ quittiert. 

Umso erstaunter war ich, als er gestern ohne mit der Wimper zu zucken einträchtig mit seiner kleinen Schwester (die eindeutig mehr sabbert als ich!) seine Trinkflasche teilte.

Darauf angesprochen erklärte er mir die Begebenheit wie folgt: „Ach Mama. Kind Nr. 2 und ich kennen uns schon so lange, bei uns ist doch eh immer alles gleich. Wir waren zusammen im Himmel, in derselben Himmelskita und derselben Himmelsschule. Und dann habe ich als erster Deinen Bauch von innen gesehen und nun sie. Wir sind also genau gleich, da können wir auch aus meiner Flasche trinken.“

Pfffff… Als ob ich diese himmlischen Einrichtungen nicht schon Jahre vor dem Grünschnabel durchlaufen hätte. Aber bis er darauf kommt, lecke ich meine Süßigkeiten alle an.

Unendliches Glatteis

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Unendliches Glatteis

Es gibt sie immer öfter, diese wunderschönen und wahnsinnigen Gespräche mit Kind Nr. 1, an deren Ende ich einen Knoten im Hirn habe und mich unendlich unwissend fühle. So geschehen gestern…

„Mama, im Radio haben sie gesagt, dass Frauen älter werden als Männer. Warum ist das so? “

Ich bin es mittlerweile gewohnt, bei jeder dritten Frage vom Junior das www oder wahlweise seriöses Wissen auf Papier zu Rate zu ziehen. Nicht, weil ich so unterdurchschnittlich viel weiß (naja, denke ich jedenfalls…) oder aber pedantisch wäre. Aber ich kenne meinen Sohn und weiß, dass sich jede kleinste Fehlauskunft rächen könnte. Kind Nr. 1 merkt sich die abgefahrensten Dinge über Ewigkeiten und schmiert sie mir dann irgendwann unvermittelt aufs Butterbrot. Da will ich sicher gehen. Nur so äh, zur Sicherheit.

Zurück zu den alternden Damen – und ich ohne Papier und ohne Internet. Auweiamist. Blank und ohne Sicherheitsnetz geht’s also ab aufs Glatteis, auf dem ich verzweifelt versuche, eine einigermaßen gute Figur abzugeben. Dabei muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass das Baby quengelig und müde war und wirklich keine Lust auf Fragestunde hatte…

Ich versuche mich also kurz zu sammeln, um eine vernünftige Antwort zu präsentieren. Dabei schießen mir verschiedene Gedanken durch den Kopf: Männer besetzen häufig immer noch die höher dotierten Jobs, die dann vielleicht auch mehr Stress bedeuten – leben sie also ungesünder? Das scheint mir dann doch sehr pauschal, außerdem lauert hinter der nächsten Ecke die ganze Gender-Debatte – das wäre ja uferlos!!

Ein neuer brauchbarer Gedanke muss also her… Ha! Hormone! Testosteron führt ja wohl in dem ein oder anderen Fall zu einer höheren Risikobereitschaft (sagt man doch so)….hm, ist da nicht schon wieder die Gender-Sache im Busch? Nicht mit nörgelndem Baby! Also weiter überlegen…

Stichwort Menstruation… okay, da ist jetzt erstmal das Gender-Ding etwas weiter weg. Aber stimmt das? Ist das quasi sooo selbstreinigend, dass es uns ein mehrere Jahre längeres Leben schenkt? Und will ich darüber jetzt mit Junior fachsimpeln?

„MAMA!!!“

Njoaaaaa, okay, also, dann eben Menstruation. Ich werfe meine These unter dem Stichwort „Nicht wissen nur glauben“ in den Ring. Noch bevor ich überlegen kann, ob ich mein Kind mit dieser halbgaren Theorie in die Welt entlassen kann, kommt schon die nächste Frage: „Aber so alte Frauen haben das doch gar nicht mehr!“ (Woher weiß er das???)

„Ja, das stimmt. Aber für viele Jahre haben sie es trotzdem.“

„Und dann?“

„Dann sind die Eizellen alle.“

„Und warum werden denn die Eizellen nicht immer befruchtet?“ 

Gnaaaaaa… Ich ahne langsam, dass das mit der Gender-Debatte vielleicht doch die leichtere Variante geworden wäre…

„Weil es nicht immer eine Samenzelle gibt, die das Ei befruchtet.“ 

„Und warum nicht?“

„Naja, Du weißt doch, dass Mann und Frau ganz doll kuscheln müssen, damit das passiert?“

Hab  ich das wirklich gesagt? Glücklicherweise ist Junior (Dank meiner gelungenen Hühneraufklärung?) wesentlich abgeklärter als ich:

„Also eigentlich muss der Penis in die Scheide!“

„Äh, ja, genau.“ 

„Und warum bekommen die Menschen dann nur so wenig Kinder, Mama?“

„Hm…“ 

Echt jetzt.  Wir machen das gründlich. Also erzähle ich von den Industrienationen, wo es viel Geld aber wenig Zeit gibt und von ärmeren Ländern, wo es viel Zeit aber wenig Geld gibt. Und von wieder anderen, wo Kinder Wohlstand oder Altersvorsorge bedeuten. Und irgendwann landen wir dann bei Kinderarmut, bei Kupfer sammelnden Jungs und bei Verhütung…

„Wie bekommt man keine Kinder, Mama?“

Himmel, er ist doch erst 5! Gut, dann das auch noch. Ich erzähle also von  Kondomen („Aber das tut doch weh, Mama!“  – „Nein, so fest ist das nicht am Pullermann!“) und von der Pille („Was macht die denn genau im Körper, Mama?“) und von Religionen, die Verhütung ablehnen (Ja, ich gebe zu, manchmal übertreibe ich auch…). 

Schließlich ist Junior ruhig. Er denkt, legt sich aufs Trampolin und guckt hoch in das Buchenblätterdach.

Das Baby ist halbwegs an der Brust eingeschlafen und ich, müde wie nach einem Marathon, werde das Gefühl nicht los, dass mich die Gender-Debatte aus der Ferne triumphierend ausgrinst…

Mit Gottes Segen…

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Am vergangenen Wochenende wurden beide Kinder getauft. Nach dem Gottesdienst machte sich Kind Nr. 1 in einem unbeobachteten Moment mit seinem Kitakumpel im angrenzenden Park selbständig. Ungefragt. 

Nun ja, nachdem beide Kinder wieder eingefangen waren, wollte der Mann ihn immerhin kurz zur Rede stellen: „Schatz, wir haben Dich gerade alle gesucht, Du kannst doch nicht einfach weggehen ohne uns Bescheid zu sagen!“

Kind Nr. 1: „Aber Papa, Gott ist doch jetzt bei mir!“

Halleluja!

Mit offenem Visier

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Eigentlich mag ich keine Handlungsempfehlungen. Keine vermeintlich klugen Ratschläge, kein „Du solltest…“ oder „Ich an Deiner Stelle…“, zumindest nicht, wenn es um den Umgang mit Gefühlen geht. Es sei denn, es wird ausdrücklich eingefordert. 

So, und trotzdem will ich in diesem Beitrag eine Lanze brechen, Erfahrungen teilen….öh, einen Tipp geben?!? Naja, manchmal muss man seine Dos & Don’ts wohl etwas flexibler auslegen. Räusper.

Aber zur Sache. Als wir in der Schwangerschaft erfahren haben, dass bei Kind Nr.2 Auffälligkeiten vorliegen, ist erst einmal eine Welt zusammen gebrochen. Zunächst haben wir nur untereinander darüber gesprochen und als wir uns bereit fühlten, den Kreis auf die Familie und enge Freunde erweitert.

Groß war die Angst vor doofen Reaktionen, peinlichen Situationen und schmerzhaften Begegnungen. Doch im Laufe der Monate haben wir die Tür immer weiter geöffnet, Nachbarn davon erzählt, Menschen konfrontiert, die einfach mal nach dem Befinden des Kugelbauchs gefragt haben. Und irgendwann beschlossen, auch den Blog auf diese private Ebene zu erweitern.

Und hier nun das wunderbare Fazit und mein Appell: Ich kann mir gar nicht vorstellen, wo wir heute ohne all die großartigen Reaktionen und Menschen wären! Es gab viele, die spontan eigene Erfahrungen zu dem Thema berichteten, die bestärkende und verständnisvolle Worte übrig hatten, die uns Wege eröffneten oder sogar froh waren, dass endlich einmal jemand über „sowas“ berichtet. Und vor allem erhielten wir die Chance, durch viele Gespräche das Erlebte besser zu verarbeiten und in unserem neuen Sein anzukommen. 

Ganz besonders geholfen hat mir dabei die Reaktion einer tollen Frau, mit der ich vor viiielen Jahren die Schulbank drückte. Sie bat mich einfach darum, glücklich zu sein, wenn meine Kinder es sind, und dieMomente  mit Ihnen zu genießen, denn das Morgen kennt keiner. Danke dafür.

Und darum: Ja, es ist nicht Jedermannfraus Sache, über Intimes offen zu sprechen, es soll sogar Menschen geben, denen das gar nichts bringt. Wer aber aus Sorge vor blöden Reaktionen lieber nichts sagt und mit seinem Kummer alleine bleibt – bitte bitte, probiert es aus! Vielleicht erst ganz vorsichtig im kleinen Rahmen – ich glaube fest daran, dass Euer Gegenüber Euch überraschen wird!!!

Oder wie eine meiner liebsten Freundinnen zu sagen pflegt: „Visier runter, Leute!“

Sammelsache und Riesen-Rache

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Kind Nr.1 hat eine ausgeprägte Sammelleidenschaft. Wenn nicht, wie Ostern letztes Jahr passiert, ausgerechnet ein hartgekochtes Ei über Wochen in seiner Jackentasche lagert, stört es mich mittlerweile kaum noch. Der Mann allerdings hat irgendwie ein Thema am Laufen…

Der Mann zu Kind Nr.1: „Stell Dir vor, Du bist mit der Kita unterwegs. Du hast schon viel gesammelt, und dann liegen da noch eine alte Schraube und ein schöner Stein. In Deine Hand passt nur noch eine Sache. Welche würdest Du mitnehmen?“

Kind Nr.1 (unbekümmert): „Ach, ich würde etwas von einer in die andere Hand tun und dann beides mitnehmen, dann passt ja wieder  viel in meine Hand.“

Der Mann (lacht): „Nein, nein, das geht nicht. Du hast insgesamt nur noch Platz für eine Sache in Deinen Händen.“ 

Kind Nr.1 (verwundert): „Aber Papa, ich habe doch extra eine Sammeltasche in meiner Jacke, da kann ich ALLES rein tun, was ich finde.“ (Ja, stimmt…)

Der Mann (holt leise Luft): „Die ist auch schon voll, Du hast definitiv nur noch Platz für EINE Sache!“

Kind Nr.1 (in dem Ton, den er wohl aus unseren ernsthaften erzieherischen Interventionen kennt): „Papa. Ich habe doch schon auf Deine erste Frage geantwortet, und das gilt.“

Der Mann (stockt kurz): „Ja. Aber stell Dir mal vor, Du müsstest Dich entscheiden. Was nimmst Du, die rostige Schraube oder den schöööönen Stein?“ 

Kind Nr.1 (leicht genervt): „Nein Papa. So machen wir es nicht, das mit dem Entscheiden lassen wir. Ich bohre einfach die Schraube in den Stein, dann nimmt sie keinen Platz weg.“

Der Mann (Sieht er tatsächlich ein bisschen böse aus?): „Nein!!! K. (Erzieherin) ist mit Euch unterwegs und sie VERBIETET Dir, beides mitzunehmen!“

Kind Nr.1 (jetzt empört): „Papa! K. geht NIE mit uns auf den Spielplatz, sie ist doch bei den Eichhörnchen (andere Kitagruppe)!“

Der Mann ist mittlerweile zwischen belustigter und echter Verzweiflung und blickt etwas sehnsüchtig gen Tischkante.

Und das ist er, der Augenblick, in dem ich deutlich spüre: Endlich, nach drei Jahren des Darbens bietet sich hier nun meine Chance, mich für die Geschichte mit dem Riesen zu revanchieren. Und ich hole aus zum vernichtenden Schlag…

Ich: „Okay, dann stell Dir mal vor, Du hast in Deiner Tasche eine rostige Schraube und einen schönen Stein. Und jetzt musst Du sie in der Reihenfolge hinlegen, in der Du sie am liebsten magst.“

Kind Nr.1: „Ach so! Na, zuerst lege ich den Stein hin, dann ein Schneckenhaus, das auch noch da ist, und dann die rostige Schraube!“

Der Mann starrt mich an. Nicht freundlich. Ich grinse. 

Den. Ganzen. Restlichen. Tag.

Baby ablegen – die Fünfhundertsiebenunddrölfzigste…

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Schon bei Kind Nr. 1 war dieser Teil  des „Babyhandlings“ nicht unser Paradestück. Der Mann schleppte, ich stillte. Im Zwanzigminutentakt. Gefühlt. Bestimmt. Viele Monate. Und so feierten wir hart, ja:HART!, als Kind Nr.1 mit etwa zweieinhalb Jahren das erste Mal durchschlief. Nicht regelhaft, klar, aber immerhin doch das ein oder andere Mal.

Nun also Kind Nr. 2. Bislang lösten wir das Thema „Ablegen“ einfach durch stoisches Ignorieren. Und da unser Baby das abendliche alleinige Schlafen in seinem Bett doch tatsächlich auch nicht einforderte, lag es die letzten zehn Monate Abend für Abend bei dem Mann oder mir auf dem Bauch, welcher wiederum auf dem Sofa weilte. Naja, oder es war wach. Oder ähnliches.

Dass sich das nicht gerade förderlich auf die Kommunikation untereinander oder mit Dritten auswirkt, sei hier nur am Rande erwähnt. Vielleicht war es die verstörende Erinnerung an die Kaugummiabende mit Kind Nr.1, vielleicht wollten wir unser Baby nach dem Hin und Her der letzten Monate auch einfach noch nicht „ablegen“. 

Wie auch immer, heute hat die Vernunft Einzug gehalten -und die verwegene Lust, nach 19 Uhr in Zimmerlautstärke sprechen zu können, gesiegt: 

Wir haben sie abgelegt. An diesem Abend öfter, als in ihrem bisherigen Leben insgesamt. Auf auf in die Ära des Zwanzigminutentaktes!

Revoluzzer-Muddi

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Heute hab‘ ich mich wild, rotzfrech und hammerstark aufgeführt, bin gegen die Reichen und Schönen auf die Barrikaden gegangen und habe auf das System  ge******en, als ich meinen Großen vor einen Nobel-Brautladen am Ku’damm pinkeln lassen hab‘.

Also an einen Baum. Natürlich. Aber innerlich-da wars wild, das sag‘ ich Euch!!!

Nur eine halbe Stunde…

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Boah, müde! Das hatte ich vergessen. Nicht, dass man mit Baby dauermüde ist (wie könnte ich das vergessen…) – aber wie genau es sich anfühlt, das hatte ich doch vergessen. Naja. Heute durfte ich dann „Mittagsschlaf“ machen.

Nach zehn Minuten geht die Tür auf. Das große Kind „schleicht“ (im Zusammenhang mit Kind Nr. 1 scheint mir das ein gewagter Begriff) zum Bett. Ich kneife die Augen fest zu. Ich höre ihn schwer atmen, dann geht er wieder raus. Die Tür bleibt natürlich offen. 

Fünf Minuten später. Kind Nr. 1 betritt erneut das Schlafzimmer und trippelt zum Bett. Ich kneife wieder die Augen zu und versuche, nicht zu grinsen (oder wahlweise zu weinen). Das Bett wackelt, er klettert rauf, umrundet mich, lüftet auf einer Seite leise die Bettdecke und berührt mich sacht am Handgelenk. Süß, er streichelt mich. Ich bleibe standhaft bei meiner Schlafdarstellung.

Er klettert wieder runter, verlässt den Raum. Gerade überlege ich, ob ich jetzt gewonnen habe, da kommt er wieder rein. Diesmal so laut, dass ich schlafen noch nicht mal mehr spielen kann. „Mama!“ (Lustig, jetzt flüstert er.) „Ja!“ „Ich wollte mich nur für etwas entschuldigen.“ „Dafür, dass Du mich geweckt hast?“ „Nein, dafür…“ Er krabbelt um mich rum, nimmt mein rechtes Handgelenk und deutet auf eine Stelle, auf der jetzt ein  roter Filzstift-Strich prangt. „Du hast mich angemalt, als ich geschlafen habe?!?!“ „Joah. Lustig oder?“

Hmmmmnggggggggrrrrrttmmmmpppppffffffffggnnnnääääääääähh.