Vom Menschsein

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Vom Menschsein

Übermorgen jährt sich die Geburt von Kind Nr. 2. Wow. Vor einem Jahr waren wir voller Vorfreude und hatten riesige Angst, was uns mit ihrer Geburt erwarten würde.

Wie werden die ersten Tage? Wird sie womöglich Krampfanfälle haben? Wird sie alleine trinken können? Funktionieren alle Organe, die Atmung, dürfen wir mit ihr bald nach Hause oder geht’s direkt weiter auf die Neonatologie? Und wie erklären wir das alles Kind Nr.1? 

In der Rückschau ist es so einfach: Was für ein Glück wir haben! Kind Nr. 2 ist weder auf Medikamente angewiesen noch auf Hilfsmittel, sie ist meistens fröhlich und die große Liebe ihres Bruders. Pünktlich zu ihrem ersten Geburtstag hat sie sogar einen Meilenstein erreicht: Sie kann sich selber hinsetzen und robbt gemächlich mit viele Pausen durch die Welt. Sie kann klatschen, deuten, sich verstecken und sich kaputt lachen, wenn sie gekitzelt wird. Sie hat großartige Hasenzähnchen und steht auf Essen. Jedes Essen. Sie lautiert nicht so wie andere Babies, aber ihre „oooooh“s und „üüüüüüühhhhh“s haben einen sehr besonderen Charme. 


Doch letztendlich geht es gar nicht um das, was sie kann, sondern um das, was sie mich Tag für Tag lehrt: Es geht nicht um mich. Ein Mensch wird gewünscht und geboren. Ein Mensch wird geliebt und geborgen, ein Mensch wächst heran. Und dabei soll er die Chance haben, der Mensch zu werden, der er ist. Nicht mehr und nicht weniger. 

Und ich werde mein Bestes geben, meinen Kindern dabei zur Seite zu stehen.

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