Von Tagen

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In den letzten Monaten haben meine Tochter und ich viele medizinische Einrichtungen von innen gesehen: Praxen von Augenärzten, Pädaudiologen, Kardiologen, Neurologen, Physiotherapeuten, Osteopathen, Kinderärzten und immer wieder das SPZ. Sagen wir es so: Es hat nicht dazu beigetragen, dass sich das Leben gesünder anfühlt. Immerhin wissen wir jetzt (ironischerweise), dass es momentan keinen Handlungsbedarf gibt. 

Kind Nr. 2 ist ein ausgesprochen gut gelauntes Exemplar, das mir den Aktionismus der letzten Monate glücklicherweise nicht übel genommen hat. Vielleicht war dies mein Versuch, mich in der Welt des „Abwartens“ gegen ebendieses aufzulehnen. Erfolglos, denn es ist wie es ist, die Zeit wird zeigen, wohin es geht. Und ja, die Unterschiede zu Babys in ihrem Alter sind nicht von der Hand zu weisen. 

An manchen Tagen ist das unwichtig. Wenn sie die Welt neugierig erkundet, etwas Neues lernt, wir einfach „sind“. Dann ist es mir schnuppe, weil sie einfach so toll ist. Und dann sind da andere Tage. Die, an denen wir andere Babys treffen und es mir wie Schuppen von den Augen fällt, die, an denen sie vielleicht gerade nicht so viel will. Die tun weh. 

So ist es und so wird es wohl bleiben. Doch alle Tage haben eines gemein. Eine tiefe Dankbarkeit für dieses Kind, das so gut riecht, so herzbeflügelnd gluckst und mich von oben bis unten mit Stolz erfüllt.

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  1. Das, was Du beschreibst, gab es bei uns vor 2 Jahren. Ich weiß noch gut, wie sich das anfühlt, Hoffen, Glück und Angst im Wechsel. Bleib optimistisch! Dein Kind wird dich überraschen und hat es verdient, dass man sein Potential und nicht seine Defizite sieht! Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht!

    • Du hast absolut recht. Hat sich Eure Unsicherheit jetzt etwas aufgelöst? Ich mag es eigentlich auch gar nicht, wenn es im Kopf so defizitorientiert zugeht-aber manchmal überkommt es mich. Naja, dieses ständige Rumsitzen in Wartezimmern schlägt dann in dieselbe Kerbe. Aber Ich versuche gerade mit aller Kraft im Hier und Jetzt zu sein-was immerhin phasenweise gut klappt 😊

      • Wir haben relativ früh eine Diagnose bekommen, die der spastischen Cerebralparese. Trotzdem war unklar, wie das mit dem Laufen sein wird und mit der geistigen Entwicklung. Das Prinzchen läuft jetzt schon ein Jahr. Geistig ist er normal fit, wenn auch teilweise herausfordernd in seinen Bedürfnissen und seinem Verhalten. Ob das von der Grunderkrankung oder vom Verziehen kommt, kann ich nicht sagen. Natürlich kann trotzdem keiner sagen, wie das dann mit ihmr in der Schule sein wird, aber darauf gebe ich ohnehin wenig…
        Nach dem ersten Geburtstag wurde bei uns vieles besser, auch, weil es dann weniger Vorsorgen gab und ich den Mut hatte, Ärzte und Therapeuten zu wechseln, die auch mir als Mutter nicht gut taten.

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