Blick in die Glaskugel – Feindiagnostik 1

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Ich hatte euch ja schon angekündigt, dass hier nun auch persönlichere Beiträge zu finden sein werden. Der Weg zu Kind Nr. 2 war ein wenig anders als erwartet und ich möchte Gedanken und Erlebnisse dieser Zeit gerne teilen, da mir selber einige Blogs toller Frauen und Mamas unglaublich hilfreiche Begleiter waren und sind.

Here we go.

Wie auch mit Kind Nr. 1 haben wir uns mit Kind Nr. 2 dafür entschieden, in der 20. Schwangerschaftswoche zur Feindiagnostik zu gehen. Nicht blauäugig. Uns war bewusst, dass wir hier auf Fragen stoßen könnten, deren Beantwortung schwer werden könnte. Uns war auch bewusst, dass dies nicht nur lustiges „Babywatching“ ist. Und dennoch.

Wir – vor allem ich – waren nervös. War das bei Kind Nr. 1 auch schon so? Ich weiß es nicht mehr. Wir hatten Respekt und waren voller Hoffnung, dass alles gut ist. Soweit lief es auch erst einmal gut, Baby munter, Organe schick. Dann kam der Kopf, das Gehirn. Hm, die Ärztin ließ sich etwas Zeit, guckte genauer hin. Dann bemüht fröhlich: „Ihr Baby gefällt mir ganz wunderbar. Es gibt hier lediglich eine Region im Gehirn, die noch etwas zaghaft ausgeprägt ist. Das macht mir aber keine Sorgen. Vielleicht können sie in sechs Wochen noch einmal zur Kontrolle kommen, dann wird sicher alles in Ordnung sein.“

Während mein Kopf noch versuchte, die Worte so zu sortieren, dass ich sie verstehen konnte, wurden wir gefragt, ob wir weitere Untersuchungen machen wollten – Fruchtwasserpunktion, MRT etc. – und ob wir dieses Baby in jedem Fall bekommen möchten. Obwohl sie sich ja keine Sorgen machte. Wir entschieden uns gegen alle zusätzlichen Untersuchungen. Und ja, dieses Baby sollte kommen. Egal wie.

Bevor wir uns versahen standen wir wieder draußen.

Ich gehöre zur Google-Generation. Ich bin eine mündige Patientin und Mutter. Solche Aussagen, nun ja, beruhigen mich nicht. Und somit begann ich zu forschen. Wider besseren Wissens warf ich „Corpus Callosum“ ins Internet – die Region, die wohl noch „etwas zaghaft ausgeprägt“ war – und erhielt niederschmetternde Ergebnisse. Was hatte ich mir auch erhofft von Dr. Google? Sechs Wochen des zermürbenden Wartens gingen los.

Zusätzlich begann ich, immer tiefer in den Bauch zu spüren, jede Emotion zu deuten. Wie geht es dem Baby? Wächst es? Fühlt sich alles „normal“ an? Setzt mein Stress das Baby unter Stress? Funktionieren für das große Kind – und die Vorfreude des großen Kindes.

Bis zum nächsten Kontrolltermin hatten wir alles durch. In unseren Gedanken waren alle Szenarien durchgespielt, vom schwerbehinderten Kind bis zur leichten Entwicklungsverzögerung oder gar einem komplett unauffälligen Kind war alles dabei. Ich bestellte Bücher im Internet, las amerikanische Forschungsaufsätze, befand mich in meiner ganz eigenen Welt. Nur wegen einer kleinen Bemerkung während der Feindiagnostik.

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